Logopädie

Im akutklinischen Bereich umfassen die Aufgaben der Logopädie die Diagnostik und Behandlung von Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen. Die wichtigsten Störungsbilder, die logopädisch behandelt werden, sind folgende:

  • Aphasien (Sprachstörungen)
  • Dysphagien (Schluckstörungen)
  • Dysarthrien (Sprechstörungen)
  • Sprechapraxien (Sprechstörungen)

Neben diesen werden auch Fazialisparesen (Gesichtslähmungen) und mit den Syndromen zusammenhängende Schreib- und Lesestörungen (Dysgraphien und Dyslexien) sowie Dysphonien (Stimmstörungen) behandelt.

 

Aphasien

Aphasien sind nach Abschluss der Hirnreife erworbene Sprachstörungen, die infolge einer Schädigung des Gehirns auftreten. Diese Schädigungen können beispielsweise durch Schlaganfälle oder Schädelhirntraumata hervorgerufen werden. Eine Aphasie ist eine multimodale Störung, bei der alle sprachlichen Systeme (Laut-, Wort- und Satzbildung sowie Sprachverständnis) betroffen sind. Bei etwa 38% der Schlaganfallpatienten treten Aphasien auf.

In der akuten Phase geht es um die sprachliche Aktivierung. Durch gezielte Stimulierung soll der Patient zu sprachlichen Äußerungen bewegt werden, dabei sollen unerwünschte/pathologische Verhaltensweisen blockiert werden.

 

Dysphagie

Unter einer Dysphagie versteht man eine Störung, bei der die Fähigkeit, Nahrung und Flüssigkeiten zu schlucken, gestört ist. Dies kann im schlimmsten Fall zu einer Lungenentzündung (Aspirationspneunomie) führen. Im klinischen Alltag geht es darum, Dysphagien und deren Schweregrad zu diagnostizieren und eventuell eine Anpassung der Nahrung an die vorhandene Fähigkeit, Nahrung und Flüssigkeiten zu schlucken, vorzunehmen. In der Therapie sollen verlorengegangene Funktionen durch spezielle Übungen wiederhergestellt werden (Funktionelle Dysphagietherapie).

 

Dysarthrie

Dysarthrien sind erworbene Sprechstörungen, die auf einer Schädigung des zentralen oder peripheren Nervensystems beruhen. Dabei sind die Muskelbewegungen der am Sprechen beteiligten Funktionssysteme, Atmung, Stimmgebung und Artikulation, in ihrer Steuerung und Bewegung beeinträchtigt. Kennzeichnend für alle Sprechstörungen ist eine reduzierte Sprechverständlichkeit.

Mithilfe sogenannter kausaler Therapiemethoden soll eine Wiederherstellung der drei Funktionssysteme erreicht werden. Daneben gibt es aber noch kompensatorische und adaptive Therapiemaßnahmen.

 

Sprechapraxien

Unter einer Sprechapraxie versteht man die Beeinträchtigung der Fähigkeit, Sprechbewegungen in ihren räumlichen und zeitlich-sequenziellen Aspekten zu programmieren. Das Störungsbild ist gekennzeichnet durch Initiierungsstörungen, lautliche Fehler, Sprechanstrengung und Suchbewegungen. Im Unterschied zu den vorgenannten Dysarthrien ist die am Sprechen beteiligte Muskulatur nicht beeinträchtigt. Die Störungsbilder Dysarthrie und Sprechapraxie sind für Laien oftmals schwer auseinander zu halten, denn ähnlich wie bei der Dysarthrie ist auch bei der Sprechapraxie die Verständlichkeit reduziert.

Eine Therapiemethode ist der taktil-kinästhetische Ansatz nach Birner-Janusch (TAKTKIN®), bei dem der betroffene Patient durch gezielte taktile Hinweise unterstützt wird.