Geschichte des Sankt Katharinen-Krankenhauses

Der Neuanfang nach Krieg und Zerstörung erforderte auch den Neubau von Krankenhäusern. Besonders die großen Städte, so auch die Stadt Frankfurt am Main, hatten einen akuten Bedarf an Krankenhausbetten. Auf der anderen Seite suchten die Katharinenschwestern, die durch Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen nach Westdeutschland gekommen waren, eine zukunftsträchtige Wirkungsstätte nach dem provisorischen Neuanfang 1945 im ehemaligen Wehrmachtskrankenhaus in Bad Rothenfelde. Durch Vermittlung von Stadtpfarrer Prälat Alois Eckert nahmen die Schwestern Verbindung zum damaligen Stadtkämmerer Dr. Georg Klingler auf. Die Verhandlungen mit dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt und der Aufbau AG waren erfolgreich. Planung und Baudurchführung des zu errichtenden Sankt Katharinen-Krankenhauses im Nordosten der Stadt übernahmen die Architekten Alois Giefer und Hermann Mäckler.

Am 28.11.1957 erfolgte der erste Spatenstich, bereits am 21.08.1958 konnte das Richtfest gefeiert werden.

Im Frühjahr 1960 übersiedelte das bisherige Waldkrankenhaus in Bad Rothenfelde mit allem Inventar, 120 Mitarbeitern und 80 Ordensschwestern nach Frankfurt, in der Tagespresse als einer der umfangreichsten Umzüge in Deutschland bezeichnet. Am 30. Mai 1960 öffnete das neue Sankt Katharinen-Krankenhaus seine Pforten. Es umfasste 454 Betten, davon 55 Betten für infektiöse Patienten. Fachabteilungen waren: Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Neurologie, Röntgenabteilung und Labor. Als Belegabteilungen waren vorhanden: Urologie, Kieferchirurgie, HNO- und Augenabteilung.

Umfangreiche Erweiterungen erhielt das Krankenhaus durch Errichtung einer Intensivstation 1970 mit 11 Betten, der Notfallaufnahme 1983 und den Ausbau für die Laboratoriumsmedizin.

1996 wurde die Cafeteria in der neuerbauten Glaspyramide in Betrieb genommen.

Im Zuge der gesetzlichen Neuregulierung des regionalen Bettenplanes verlor das Krankenhaus im Jahr 1999 die Gynäkologische Abteilung, gewann aber eine neue Hauptabteilung, die Urologie, mit 50 Betten hinzu. Die Belegabteilungen fielen ebenfalls weg.

Im Juni 2002 konnte eine großzügig ausgestattete Physikalisch-therapeutische Abteilung ihren Betrieb eröffnen. Ebenfalls im Jahr 2002 begann der mit Landesmitteln geförderte Neubau einer akutmedizinischen Einheit aus Zentral-OP, Notfallambulanz und Intensivstation mit 12 Betten, der im Frühsommer 2004 vollendet wurde. Er wurde errichtet durch das Architektenbüro Wörner + Partner. Gleichzeitig wurde ein neues Infektionsgebäude errichtet, das 30 Betten umfaßt und Anfang 2004 bezogen wurde.

Im August 2003 wurde eine Überwachungs- und Aufnahmestation mit einer interdisziplinären Intermediate-Care-Einheit ihrer Bestimmung übergeben.

Im Frühjahr 2005 konnte in den Räumlichkeiten des Krankenhauses das erste stationäre Hospiz Frankfurts eröffnet werden. Es wird in gemeinsamer Trägerschaft mit einer Stiftung betrieben.

Seit 1993 gehört das Sankt Katharinen-Krankenhaus zur Gesellschaft der Katharinenschwestern, einem Zusammenschluß der Sozialeinrichtungen der Katharinenschwestern in Deutschland. Seit 1996 besteht ein Freundeskreis des Sankt Katharinen-Krankenhauses, der sich für die Förderung der Anliegen des Krankenhauses einsetzt.