Niere

Bösartige Nierenerkrankungen / Nierenkrebs

Nierenkrebs macht etwa 3-4% aller Krebsneuerkrankungen hierzulande aus, daher wird er den seltenen Tumor-Erkrankungen zugeordnet.

Beim "typischen" Nierenkrebs ist oftmals das Nierenzellkarzinom gemeint, der hier genauer beschrieben wird. Nierenzellkarzinome sind Tumoren, die im Funktionsgewebe der Niere, dem Parenchym, auftreten. Sie werden unterschieden nach Zelltypus und Entstehungsort. Der häufigste Zelltyp des Nierenzellkarzinoms ist mit ca. 80% das klarzellige, auch konventionelle, Nierenzellkarzinom.

Symptome und Diagnostik

Üblicherweise verursacht Nierenkrebs keine Symptome. Erst in einem sehr späten Stadium kann sich der bösartige Tumor durch Flankenschmerz, Blut im Urin oder eine fühlbare Geschwulst bemerkbar machen. Die Verdachtsdiagnose Nierentumor wird meistens im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung gestellt. Dabei fallen häufig Unregelmäßigkeiten im Nierengewebe auf und nicht selten erscheint die gewöhnlich glatte Nierenkontur verändert. Auch ist die betroffene Niere teilweise schon vergrößert. Mit der Ultraschalluntersuchung können bereits kleine Geschwulste erkannt werden, die noch keine Symptome hervorrufen.

Mit bildgebenden Verfahren wie der Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT, auch Kernspintomografie genannt) wird die Diagnose gesichert.

Therapie

Die operative Entfernung des Tumors ist die wichtigste Behandlungsmöglichkeit von Nierenkrebs. Dabei ist der Umfang der Operation abhängig von der Größe und Ausbreitung des Nierenzellkarzinoms.

Hierzu stehen uns abhängig vom Befund folgende Verfahren zur Verfügung:

Nierentumorenukleation

Das nierenerhaltende Entfernen des Tumors erfolgt über einen Flankenschnitt und ist in der Regel bei kleineren, begrenzten Geschwülsten gut durchführbar. Hierbei wird das erkrankte Gewebe mit ausreichendem Sicherheitsabstand im Gesunden herauspräpariert. Noch während des Eingriffs informiert der Pathologe den Operateur über die sichere Tumorfreiheit des Schnittrandes.

Minimal invasive Nierenentfernung mittels Laparoskopie

Die Therapie der Wahl bei einem in der Bildgebung gesicherten Verdacht auf Vorliegen eines bösartigen Tumors der Niere (Nierenzellkarzinom) besteht in der kompletten Entfernung der Niere (radikale Tumornephrektomie). Falls der Tumor eine bestimmte Größe nicht überschritten hat und gut zugänglich ist, wird heutzutage auch eine Entfernung des Tumors unter Schonung des verbleibenden gesunden Nierenanteils durchgeführt (Nierenteilresektion). 
Die komplette Entfernung der Niere wird standardmäßig laparoskopisch durchgeführt. Zahlreiche Studien konnten im Vergleich zur offenen Methode bei vergleichbarer onkologischer Sicherheit folgende Vorteile nachweisen:

  • besseres kosmetisches Ergebnis
  • geringerer Wundschmerz
  • deutlich verkürzter stationärer Aufenthalt
  • geringes Risiko von Nachwandbrüchen und Nervenschädigungen der Bauchwand

Die minimal invasive Nierenentfernung in Schlüssellochtechnik wird auch bei der Entfernung von funktionslosen Schrumpfnieren angewendet.

Offene Nierenentfernung

Die offen operative Nierenentfernung erfolgt bei fortgeschrittenem Befund über einen Flankenschnitt; hierbei ist es auch möglich, auffällige Lymphknoten im Nierenbereich zu entfernen.

Weitere Therapien des Nierenkrebses

Im Normalfall ist bei einem Tumor, der noch keine Metastasen gebildet hat, nach der Operation keine weitere Behandlung notwendig.

Auch in einem fortgeschrittenen Erkrankungsstadium und wenn bereits Metastasen vorliegen, kann die chirurgische Tumorentfernung sinnvoll sein, um Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. In der Regel erhalten die Patienten nach der Operation eine medikamentöse Therapie. Metastasen des Nierenzellkarzinoms werden mit Substanzen behandelt, die den Tumorzellen die Blutzufuhr abschnüren sollen, da Tumorzellen zum Wachstum selbst Blutgefäße zu ihrer Versorgung ausbilden können (Angiogenese). Die Gabe der Medikamente erfolgt entweder als Tabletten oder Infusionen, je nach gewählter Substanz. Eine Besonderheit dieser Behandlungsform ist es, dass die Therapie dauerhaft als Erhaltungstherapie fortgeführt wird.  


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