Magen

Der Magen liegt links im Oberbauch unter dem Zwerchfell. Bei großen Zwerchfellbrüchen (Hiatushernien, Paraoesophagealhernien) kann der Magen nach oben in den Brustkorb verrutschen und an der Einklemmungsstelle innere Blutungen erleiden oder die Speisepassage behindern. Die Behandlung besteht in der Rückführung und Verankerung des Magens im Bauchraum und Verschluss der Bruchlücke am Zwerchfell (Gastropexie). Dieser Eingriff kann meist durch eine Bauchspiegelung (minimal invasiv, laparoskopisch) mit nur kleinen Einstichen in der Bauchdecke durchgeführt werden.

 

Magentumoren

Wichtigste Untersuchung ist die Magenspiegelung (Gastroskopie), um durch eine Gewebsprobe (Biopsie) zu klären, ob Gut- oder Bösartigkeit vorliegt. Gutartige Tumoren können häufig endoskopisch oder durch Bauchspiegelung (laparoskopisch) entfernt werden.

Bei bösartigen Magentumoren (Magenkarzinom) muss das Ausmaß des Tumors durch begleitende Untersuchungen bestimmt werden. Meist ist die Entfernung des Tumors mit dem gesamten Magen und seinen Lymphknotenstationen erforderlich (Gastrektomie). Als Ersatz wird eine Dünndarmschlinge mit der Speiseröhre verbunden.

 

Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus ventriculi, Ulcus duodeni)

Magen und Zwölffingerdarm sind reichhaltig mit Blutgefäßen versorgt. Durch Säureüberschuss, Stress, Nikotinkonsum und Besiedlung mit dem Bakterium Helicobacter können sich Entzündungen der Schleimhaut und Geschwüre bilden. Aus beiden kann es durch die reichhaltige Gefäßversorgung lebensbedrohlich stark innerlich bluten. Die Primärbehandlung besteht in der notfallmäßigen Magen-/Zwölffingerdarmspiegelung (Gastro-Duodenoskopie). Hiermit kann einmal die Blutungsquelle genau lokalisiert werden, zum anderen können darüber blutstillende Maßnahmen wie z.B. Clips auf Gefäße gesetzt werden und hierdurch zunächst eine Stabilisierung erreicht werden. Begleitend erfolgt eine Behandlung mit Medikamenten, die die Magensäure ausschalten und eine Kreislaufstabilisierung ggf. mit Übertragung von Blutkonserven und Gerinnungsfaktoren. Sollte bei einer Kontrollspiegelung nach 24 Stunden die Gefahr einer erneuten Blutung bestehen, ist die operative Entfernung des kranken Magenteils angezeigt (Magenresektion nach Billroth I oder II). 

Geschwüre können außerdem in die freie Bauchhöhle durchbrechen (perforiertes Ulcus) mit der Folge einer Bauchfellentzündung. Die Behandlung besteht in der umgehenden Operation und Verschluss, ggf. Entfernung des geschwürigen Anteils.

Zur Vermeidung von wiederkehrenden Geschwüren (Ulcusrezidiven) sollten Stress, Nikotin, schwarzer Kaffee vermieden werden und die Magensäureproduktion mit Medikamenten ausgeschaltet werden. Bei Befall mit dem Bakterium Helicobacter ist die Ausrottung (Eradikation) mit einer Säurehemmer-Antibiotika-Kombination als Tabletten für eine Woche erforderlich.