Pressemitteilung
16.08.2007

Weltweite Studie soll Migränetherapie durch PFO-Verschluss belegen

Hilfe für Migränepatienten?

Etwa 8 bis 13 % der Bevölkerung leiden unter der so genannten klassischen Migräne mit Aura. Im Rahmen von Beobachtungsstudien hat man eher beiläufig entdeckt, dass darunter zahlreiche Patienten sind mit einem persistierenden Foramen ovale  (PFO), einer fensterartigen Öffnung zwischen dem rechten und linken Herzvorhof. Diese Verbindung ist vor der Geburt der direkte Weg für den Blutübertritt von den Venen in die Arterien (Körperkreislauf) - unter Umgehung der noch nicht belüfteten Lunge. In den ersten Wochen nach der Geburt schließt sich dieses "Fenster" - normalerweise - doch rund 20 bis 30 % der Bevölkerung lebt mit diesem offenen Foramen ovale (PFO), meist ohne es zu wissen, beschwerdefrei und ohne Leistungseinschränkungen. Dieses "Loch im Herzen" wird dann ein Risikofaktor für einen Schlaganfall, wenn aus irgend welchen Gründen eine Neigung zur Gerinnselbildung hinzukommt. Es können dann Gerinnsel aus den Venen in das Gehirn gelangen.
  
Mit 1.600 PFO-Verschlüssen weltweit führend

Seit einigen Jahren gibt es zur Schlaganfall-Prophylaxe die Möglichkeit, dieses Loch in der Vorhofscheidewand per Kathetertechnik mit einem Schirmchen zu verschließen - Prof. Dr. Horst Sievert ist hierbei als Pionier mit rund 1.600 Eingriffen weltweit führend. Nun hat man entdeckt, dass die klassischen Migränepatienten mit Aura oft ein besonders großes Fenster zwischen den Herzvorhöfen haben und dass sich nach dem Verschluss die Migräneattacken vermindert haben oder sogar ganz verschwunden sind. Wie zum Beispiel bei John R. (52), der als schmerzgeplagter Migränepatient eigens aus den USA angereist ist und im Rahmen der Nachbetreuung jetzt begeistert an Prof. Sievert schreibt "Es ist eine Schande, dass der PFO-Verschluss bislang keine anerkannte Migräne-Heilmethode ist, tatsächlich hat er sehr geholfen...Die Lebensqualität stieg mit dem massiven Anstieg der absolut migränefreien Tage...das kann man als erstaunlichen Erfolg würdigen". Auch Jack W. (40) litt sein ganzes Leben lang schwer unter Migräne mit Aura und suchte verzweifelt Hilfe übers Internet. Ende 2006 reiste er auf eigene Kosten aus Neuseeland nach Frankfurt ins CVC und ließ sich von Prof. Horst Sievert sein Loch im Herzen verschließen. Zu den Nachuntersuchungen, zu denen er wiederholt anreiste, brachte er sein Schmerztagebuch mit. Seine quälenden Beschwerden haben sich deutlich verbessert!

Studie soll Erfolge belegen

Jetzt soll eine weltweite randomisierte Studie die beobachteten Einzelerfolge von Afrika bis Venezuela belegen. Die großen Herz-Zentren in Deutschland, Großbritannien, Italien, Polen, Schweiz und der USA suchen Migräne-Patienten bei gleichzeitigem PFO, die bereit sind, teilzunehmen. Während die eine Hälfte der Teilnehmer ausschließlich beobachtet werden soll, wird bei den anderen zuvor per Kathetereingriff das "Loch im Herzen" verschlossen. Nach einem Jahr will man beide Gruppen vergleichen. Der PFO-Verschluss wird im Katheterlabor unter örtlicher Betäubung durchgeführt, er dauert etwa 30 Minuten und gilt als wirkungsvoll und sicher. Über einen kleinen Schnitt in der Leiste wird das Doppel-Schirmchen in geschlossenen Zustand behutsam über die Vene bis zur großen unteren Hohlvene in den rechten Herzvorhof geschoben. Nach ihrer Öffnung befinden sich die Schirmchen auf beiden Seiten des Loches und verschließen es, ohne dass der Patienten davon irgendwas spürt. Nach etwa drei Monaten sind sie vollständig in die Vorhofscheidewand eingewachsen.

Wer im Vorfeld von seinem PFO nichts weiß, kann dies diagnostisch herausfinden: Über eine Ultraschallsonde, die wie bei einer Magenspiegelung über die Speiseröhre eingeführt wird, kann das "Loch" aufgespürt werden. Ein anderer Weg führt über den transcraniellen Doppler (TCD), eine sensitive Ultraschallsonde, die an die Schläfe gehalten wird und so Rückschlüsse auf einen Blut-Übertritt von der einen in die andere Herzkammer zulässt, was auf ein PFO hinweisen kann

Was klassische Migräne mit Aura bedeutet muß man keinem sagen, der darunter leidet: den Migränekopfschmerzen geht eine Phase voraus, in der heftige neurologische Symptome wie Sehstörungen, Gesichtsfeldausfälle, Lichtblitze, gezackte Linien und schillernden Farben oder Flimmern auftreten. Gelegentlich kommt es auch zu Gefühls- oder Sprachstörungen, sogar von motorischen Störungen bis hin zu Lähmungserscheinungen wird berichtet. Diese typischen Aurasymptome können bis zu 30 Minuten andauern bevor die eigentlichen Migränekopfschmerzen eintreten.

Wer unter derartigen Symptomen bei gleichzeitigem PFO leidet, kann jetzt als Studienteilnehmer im Frankfurter CVC Sankt Katharinen auf Hilfe hoffen!

Weitere Informationen: CVC Roger Eckhardt Tel. 069-4603-1344   
     
Autor Ursula Schaffitzel


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